Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Neubau

Funde, die es nicht geben dürfte
Brunnen der Jungsteinzeit in Sachsen

Eine Ausstellung des Landesamtes für Archäologie in Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum
24. Februar - 11. April 2010
Eröffnung Dienstag, 23.2. 2010, 19 Uhr


Der Name Steinzeit sagt eigentlich alles. Die archäologische Forschung muss mit dem vorlieb nehmen, was am besten erhalten ist und am häu­figsten vorkommt: Werkzeuge aus verschiedenen Steinarten. Die frühe Jungsteinzeit (5500-4500 v. Chr.) wird zudem nach den typischen Ornamenten auf der Keramik in zwei Epochen gegliedert: Linien­band- und Stichbandkeramik. Dass es daneben noch eine völlig eigene Welt von Werkzeugen und Gegen­ständen aus vergänglichen Stoffen gegeben haben musste, konnte man bislang lediglich erraten, denn dieses Material war längst zu Staub geworden.

Spektakuläre Funde aus Sachsen haben unsere Vorstellungen von diesen fernen Zeiten grundlegend korrigiert. Bei großflächigen Ausgrabungen stießen Archäologen auf tiefe Gruben mit exzellent erhal­tenen Brunneneinbauten, in deren nassen Sedimenten sie Objekte aus organischem Material in sensatio­nellem Erhaltungszustand bargen. Diese Befunde sind äußerst rar, und werden hier erstmals der Öffentlich­keit gezeigt. Darunter sind kunstvoll mit Holzintarsien verzierte Gefäße, Taschen aus Rinde und Knochen­werkzeuge. Sogar Schnüre haben sich erhalten. Zum Vergleich: Als Ötzi im Tiroler Hochgebirge den Tod fand, waren sie bereits 2000 Jahre alt!

Keramikflasche mit erhaltener Schnurwicklung aus dem Brunnen von Eythra
 

Steinzeitlicher Holzbrunnen aus Altscherbitz, Gelände des heutigen Flughafens Leipzig-Halle, ca. 5100 v. Chr.
 

 

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