Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Sammlungen

Neuerwerbungen

 

Rundgelaufen

Dass Turnübungen im 19. Jahrhundert keineswegs Freude und Spaß ausschlossen, beweist die Grafik von 1895 mit einer lebhaften Darstellung von Turnerinnen am so genannten Rundlauf. Dieses Gerät (deckenhängendes, drehbares Eisengestell zur Aufnahme von Strickleitern und Seilen) gehörte in vielen Turnhallen zur Grundausstattung, ist aber nach dem 1. Weltkrieg zunehmend in Vergessenheit geraten. Zeitgleich mit der Sicherung einer der letzten in Leipzig vorhandenen Rundlaufvorrichtungen aus der Erstausstattung der 1906/07 erbauten Turnhalle der ehemaligen Höheren Mädchenschule Leipzig (Lumumbastr. 2) gelangte die aktionsreiche Darstellung, die den Gebrauch des Rundlaufes im Schul- und Vereinsturnen veranschaulicht, in die Sammlung des Museums.


 

Rundlauf, kugelgelagertes Eisengestell, mit Aufhängevorrichtung für Deckenbalken, Leipzig, 1906
 
 

 

Malerisch

Der Leipziger Maler Günter Creutz hat dem Stadtgeschichtlichen Museum zwei Gemälde mit Leipziger Stadtansichten geschenkt, die das Sammlungsprofil des Hauses um einen weiteren wichtigen Baustein bereichern.
Das Museum bemüht sich seit einiger Zeit, das reiche Spektrum der „Stadtmalerei“ Leipzigs stärker in den Blick zu nehmen, die Sammlung um wichtige Beispiele zu erweitern und einzelne Künstler, die sich besonders diesem Thema widmen, in Ausstellungen zu präsentieren.
Der 1927 geborene Günter Creutz war von 1956 bis 1992 in Leipzig als Kunsterzieher tätig. „Nebenberuflich“ entstand ein umfangreiches Oeuvre, dessen Schwerpunkt Leipziger Stadtlandschaften bilden, das aber ebenso Porträts, Landschaften und Still-Leben umfasst.
Die dem Museum geschenkten Gemälde zeigen den Schwanenteich bei winterlicher Stimmung mit Blick auf das Wintergartenhochhaus (1987/88) und die Brandenburger Brücke (1977). Sie repräsentieren in hervorragender Weise die sensible Art, mit der Creutz alltäglichen Motiven eine dichte und unverwechselbare Atmosphäre verleiht.

Schwanenteich von Günter Creutz
 
 

 

Militärisch

Seiner Sammlung zur Geschichte der Befreiungskriege konnte das Stadtgeschichtliche Museum ein kleines, doch recht anschauliches Objekt hinzufügen. Aus Privathand wurde die knapp 10 Zentimeter messende Miniatur eines französischen Dragoners aus der napoleonischen Zeit erworben. Das mit Ölfarben und echtem Pferdehaar auf Elfenbein gefertigte und in einer gedrechselten Dose verborgene Bildnis zeigt Celese Barthélemy de Noailles in seiner Uniform. Eine Aufschrift im Inneren der Dose informiert darüber, dass der junge Mann 1812 beim Übergang über die Beresina (Russlandfeldzug Napoleons) ums Leben kam. 

Miniatur eines französischen Dragoners
 
 

 

 

zurücknach oben