Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Völkerschlachtdenkmal

Jubiläum 2013

 
Für die Vorbereitung des Jubiläums 200 Jahre Völkerschlacht/100 Jahre Völkerschlachtdenkmal 2013 hat das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig die Brainstorming-Phase verlassen und konturierte Pläne entwickelt.
Wir beginnen jetzt, Netzwerkstrukturen aufzubauen und die im Folgenden aufgeführten Projekte zielgerichtet vorzubereiten.

1.    Publikation zur Völkerschlacht

Bis 2013 wird das Stadtgeschichtliche Museum eine Publikation zur kritischen Bewertung der Völkerschlacht und ihrer historischen Überlieferungen auf der Basis aktueller Diskussionen vorlegen. In Vorbereitung der Arbeiten wurde bereits ein Forschungsprojekt mit der deutschen Forschungsgemeinschaft zur Erschließung neuer Quellen initiiert. Hierfür wird gegenwärtig u.a. der gesamte umfangreiche Bestand des Museums von rund 2 000 Autographen zum Thema „Befreiungskriege“ digital erfasst und detailliert inhaltlich erschlossen. Die neue Publikation wird nicht nur den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln und damit einen wichtigen Beitrag zur Leipziger Stadtgeschichte leisten, sondern wird sich auch als opulent ausgestattetes „Bilderbuch“ an ein breites Publikum wenden.

2.    Ausstellung

2013 wird das Stadtgeschichtliche Museum vom 4. September 2013 bis 5. Januar 2014 eine eindrucksvolle Ausstellung mit nationalem Anspruch präsentieren. Die in Vorbereitung befindliche Exposition wird sich im ersten Teil dem historischen Ereignis von 1813 unter einem ungewöhnlichen Blickwinkel widmen. Der zweite Teil der Schau wird als interaktive Ausstellung „in progress“ unter Einbeziehung der Öffentlichkeit angelegt sein. Das Museum wird hier im Wesentlichen Thema und Rahmen vorgeben, die Ausstel-lungsgeschichten werden von den Besuchern selbst erzählt. Die Sonderschau wird auf einer Fläche von 600 qm im Neubau des Museums präsentiert. Im Vorfeld wurde bereits ein Forschungsantrag bei der Volkswagenstiftung zur wissenschaftlichen Erschließung der im Museum verwahrten mehr als 3 000 Bildquellen gestellt. Auf unseren Antrag sind erste positive Signale zu verzeichnen. Parallel zum ephemeren Ereignis Sonderausstellung wird die dazu geleistete wissenschaftliche Arbeit in einem begleitenden Katalog dokumentiert.

3.    Jugendprojekt

Das Stadtgeschichtliche Museum wird ein Schul- bzw. Jugendprojekt initiieren, das der jungen Generation auf der Basis von neuen Medien eine zeitgemäße Annäherung an historische Überlieferungen ermöglicht. Das Projekt ist als neues Format einer Internet-Kommunikationsplattform geplant. Mit europäischen Datenbanksystemen vernetzt, soll ein interaktives Format zur Information/Darstellung neuer Forschungszusammenhänge entstehen, das gleichsam als virtuelles Museum der Völkerschlacht fungiert.

4.    Jazzperformance

Die Tradition, im Völkerschlachtdenkmal zu musizieren, existiert bereits seit den Tagen der Einweihung 1913. Die außergewöhnliche Akustik im Denkmalsinneren bietet aber nicht nur für die Interpretation klassischer Chorliteratur einen beeindruckenden Rahmen. Gerade im Hinblick auf ein jüngeres Publikum planen wir gemeinsam mit Partnern, im August 2013 das Denkmal für eine Nacht zur Bühne für hochkarätige Jazzperformances zu machen.

5.    musikalische Gedenkfeier

Traditionell wird seit einhundert Jahren der Tage der Völkerschlacht bzw. der Denkmalsweihe mit einer Konzertveranstaltung unter den besonderen akustischen Bedingungen der Kuppelhalle des Denkmals gedacht. 2013 planen wir, die Komposition eines modernen Requiems bei einem zeitgenössischen Künstler in Auftrag zu geben und mit dem Chor des Völkerschlachtdenkmals und europäischen Musikern gemeinsam im Völker-schlachtdenkmal aufzuführen. Werk und Aufführung gleichermaßen sind als zeitgenössischer Brückenschlag zwischen 1813 – 1913 – 2013 geplant. Im Oktober 2008 haben wir dazu nochmals ein früher für das Völkerschlachtdenkmal konzipiertes Werk des Leipziger Komponisten Bernd Franke aufgeführt. Dabei stellte sich das Konzept einer betont modernen musikalischen Auseinandersetzung mit dem Thema als tragfähig dar. Der Komponist hat seine Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit signalisiert.  Gegenwärtig sind wir mit den Künstlern im Gespräch, um das Projekt weiter zu entwickeln.

6.    europäisches Jugendtreffen

Hauptzielgruppe unserer Vermittlungsarbeit am Völkerschlachtdenkmal ist insbesondere die junge Generation. Gerade mit jungen Leuten wollen wir das Leipziger Monument zu einem Ort der kritischen Befragung von Geschichte und der offenen und durchaus diskursiven Kommunikation entwickeln. Aus diesem Grunde nimmt für uns ein Jugendprojekt einen zentrale Position in den Jubiläumsaktivitäten ein. Das Stadtgeschichtliche Museum plant die Organisation eines europäischen Jugendtreffens, um die Bedeutung des historischen Geschehens von 1813 bzw. 1913 für die europäische Geschichte deutlich zu machen. Dazu wollen wir zu einer 10-tägigen Sommerakademie einladen und Fragen nach europäischer Vergangenheit und Zukunft diskutieren. Angestrebt wird, das Projekt länderübergreifend mit europäischen Partnern der Jugendbildung zu organisieren. Derzeit gibt es erste Kontakte mit der Schülerakademie der Franckeschen Stiftung in Halle.

7.    Zukunftskonferenz

Gemeinsam mit den Mitgliedern des vom Stadtgeschichtlichen Museum initiierten Netzwerkes „Straße der Monumente“ und unseren europäischen Partnern der verschiedenen nationalen Erinnerungsmale werden wir anknüpfend an unsere beiden Konferenzen aus den Jahren 2000 und 2003 eine wissenschaftliche Konferenz in Leipzig organisieren. Gemeinsam mit den Fachkollegen europäischer Nationaldenkmale und renommierten Fachwissenschaftlern werden wir Fragen nach dem Stellenwert nationaler Geschichtsinterpretationen und einem zeitgemäßen Umgang mit nationalen Erinnerungsorten diskutieren.

 

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