BRUCH | STÜCKE – Die Novemberpogrome in Sachsen 1938

7.10.2018-31.12.2018
Eröffnung: So 7.10.2018, 17 Uhr
Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V., Hinrichsenstraße 14, 04105 Leipzig

In Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig zeigt das Ariowitsch-Haus vom 7. Oktober bis
31. Dezember die Ausstellung BRUCH | STÜCKE – Die Novemberpogrome in Sachsen 1938.
 

Im Herbst 2018 jähren sich die nationalsozialistischen Novemberpogrome zum achtzigsten Mal. Auf dem Gebiet des heutigen Sachsen sahen sich damals als Juden verfolgte Menschen flächendeckend Demütigungen und Gewalt bis hin zu Mord, Festnahmen, Wohnungs- und Geschäftszerstörungen sowie Plünderungen ausgesetzt. Synagogen und Einrichtungen der jüdischen Gemeinden wurden in vielen Fällen zerstört. Die Zahl der noch lebenden Zeitzeugen, die noch von den Ereignissen berichten können, nimmt indes altersbedingt immer weiter ab.

Die gleichzeitig an drei Orten gezeigte Ausstellung BRUCH|STÜCKE gibt erstmals einen Überblick über die sächsischen Novemberpogrome auch in kleineren Orten. Auf der Grundlage umfangreicher Recherchen stellt sie Menschen in den Mittelpunkt, die Verfolgte, Täter oder Zuschauer waren. Die Pogrome waren einerseits der Höhepunkt der fortgesetzten Radikalisierung der nationalsozialistischen Judenpolitik im Jahr 1938.
In ihren Ausmaßen bildeten sie aber zugleich eine erschreckende Zäsur, nach der für die meisten Verfolgten nichts mehr so war wie zuvor.

 

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 9-17 Uhr und sonntags zu Veranstaltungen

Weitere Ausstellungsorte und -zeiten:
Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz, 4.10. – 31.10.2018
Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde zu Dresden, 14.10. – 30.11. 2018

 

 

VERANSTALTUNGEN

 

Sonntag, 7.10.,  17 Uhr Ausstellungseröffnung im Ariowitsch-Haus

Begrüßung
Küf Kaufmann
, Direktor Ariowitsch-Haus, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Präsidiumsmitglied des Zentralrat der Juden in Deutschland

Grußworte
Dr. Matthias Haß, Staatsminister der Finanzen des Freistaats Sachsen
Dr. Johanna Sänger,  Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kuratorin Stadt- und Landesgeschichte ab 1800

Einführung
Daniel Ristau, Konzeption und Leitung Projekt BRUCH STÜCKE

 

 

Montag, 22.10.,  18 Uhr
„Nur der Mob?“ – Zu den Ereignissen in und nach der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 in Leipzig

Vortrag von Dr. Andrea Lorz

Ausgangspunkt des Vortrages ist die Situation in Leipzig kurz vor und um den 9. November 1938 und die antijüdischen Aktionen im Vorfeld. In „Nur der Mob?“ geht es um Beteiligung und Ablehnung. Frau Dr. Lorz spricht über Täter, Mitläufer und die schweigenden Massen bei den organisierten Verbrechen in der und nach der Pogromnacht in Leipzig. Wer sind die Schuldigen? Sie spricht über die jüdischen Leipziger als Opfer des Wütens der Nationalsozialisten in der Zeit des Pogroms ebenso wie über die ausgewählten kulturellen und materiellen Verluste – die Zerstörung unwiederbringlicher materieller und immaterieller Werte in der Pogromnacht. Auch die strafrechtliche Verfolgung der November-Verbrechen nach 1945 wird zur Sprache kommen. Gab es eine konsequente juristische Ahndung? Und welche Verantwortung haben wir heute?

 

Donnerstag, 22.11., 19 Uhr
GEWALT | BILDER – Die Novemberpogrome 1938 in Leipzig und Sachsen

Vortrag von Daniel Ristau

Über 70 Fotografien sind für Sachsen inzwischen bekannt, die Ereignisse, Gewalt und Folgen gegen die als Juden verfolgten Menschen im Deutschen Reich gerichteten Novemberpogrome von 1938 im Bild festhalten, darunter etwa 20 Aufnahmen aus Leipzig. Sie sind mehr als lediglich Bildbelege für die Verbrechen der Nationalsozialisten und ihrer Unterstützer. Als historische Quellen, das wird der Vortrag zeigen, geben sie zusätzliche Hinweise auf die Gewaltexzesse, den Ablauf, die Beteiligten und unterschiedliche Standpunkte der Fotografen. Eintritt frei (Saal)

Veranstalter: Stadtgeschichtliches Museum in Kooperation mit Ariowitsch-Haus e. V.