Schnee von gestern? Winter in Leipzig – Kulturgeschichte und Zukunft einer Jahreszeit

27.11.2020 – 28.2.2021
Eröffnung: Do 26.11.2020, 18 Uhr
Haus Böttchergäßchen, Böttchergäßchen 3, 04109 Leipzig


Der Winter: geliebt und gehasst, ersehnt und gefürchtet, Frust und Lust – keine Jahreszeit polarisiert so sehr wie er. Hier liegen Freude und Leid eng beieinander.
Was aber passiert mit dem Winter in Zeiten des Klimawandels und seines langsamen Verschwindens? Was wird aus der winterlichen Bilderwelt und Aura, wenn dauerhaft kein Schnee mehr fällt? Wie verkraften Mensch und Natur diese Leerstelle, und was können wir gegebenenfalls an ihre Stelle setzen?

Leipzig galt nie als Stadt schneereicher Winter oder einer des Wintersports. Dennoch wurde und wird der Rhythmus städtischen Lebens und Alltags auch von dieser Jahreszeit geprägt, und viele Leipzigerinnen und Leipziger sind mit dem Wintersport aktiv verbunden.

Das Stadtgeschichtliche Museum widmet daher dieser rau-besinnlichen Jahreszeit erstmals eine Ausstellung und erhellt zwischen Nostalgie, Infrastruktur, Kulturgeschichte und Klimasorge alle Facetten, die der Winter in sich trägt.

Winter und Jahresende stehen gerade in Leipzig für eine auch kommerziell intensiv zelebrierte und traditionell klangvolle Weihnachtszeit. Er ist ein Naturphänomen, mit vielen Wetterunbilden versehen und daher eine Herausforderung an jeden einzelnen und an die städtische Daseinsvorsorge und Gemeinschaft.
Winter ist aber nicht nur Dunkelheit und Einsamkeit, sondern auch die Zeit der Musik, des Eislaufens und der Masken- und Sportlerbälle. Er bringt eine besondere Form des kulinarischen und sinnlichen Genusses mit sich.

Mit einer Fülle unterschiedlicher Objekte, Bilder und Medien sowie Mitmachstationen für Groß und Klein zeigt das Stadtgeschichtliches Museum die schönen und die schauerlichen Seiten des Winters, fragt nach seinem Geschmack und den Risiken, ganz ohne Arzt und Apotheker.