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ISKRA-Gedenkstätte Leipzig - Audioprojekt „Bestellte Erinnerung“

08.09.2026

Wer entscheidet, woran – und an wen – erinnert wird? Was geschieht mit den Geschichten derjenigen, die politischen Erzählungen im Weg stehen? Und was passiert, wenn Erinnerung wichtiger wird als historische Belege? Im Mittelpunkt steht die ehemalige Iskra-Gedenkstätte in Leipzig-Probstheida, die von 1961 bis 1991 als Außenstelle zum Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig gehörte. Das Hörstück rekonstruiert ihre Entstehung in den 1950er Jahren, hinterfragt den bis heute nicht eindeutig belegten Druck der ersten Ausgabe der russischen Exilzeitung Iskra in Leipzig und erzählt zugleich die Geschichte der Familie Niegel, die für den Bau der Gedenkstätte Haus und Werkstatt aufgeben musste. Ausgehend von diesem Einzelschicksal richtet sich der Blick auf die stalinistisch geprägten Anfangsjahre der DDR und fragt nach den Folgen politischer Erinnerung für die Betroffenen.

Nach mehr als einem Jahr intensiver Recherchen wird das von Theatermacherin und Künstlerin Diana Wesser gemeinsam mit David Schönherr entwickelte Audioprojekt „Bestellte Erinnerung“ der Öffentlichkeit vorgestellt. In Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig verbindet es umfangreiche Archivrecherchen mit Gesprächen mit Angehörigen der Familie Niegel sowie Vertreter:innen der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG). Dabei stellt das Hörstück größere Fragen: Wie entsteht Erinnerung? Wer bestimmt, welche Geschichte erzählt wird – und welche verschwindet? Welche Rolle spielte die Figur Lenins im offiziellen Geschichtsbild der DDR? Und wie können wir heute mit Orten umgehen, deren historische Bedeutung eng mit politischen Narrativen verknüpft ist?

Das Projekt wurde durch das Kulturamt der Stadt Leipzig gefördert und mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur realisiert.

 

Link zum Hörstück: https://iskra-leipzig.dianawesser.de/

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