Gereinigt und gefestigt

Zur Konservierung des Lausener Altars

Von Ulrike Dura, Kuratorin Kunstgeschichte / Stellvertretende Direktorin

Seit vielen Jahren unterstützt die Hieronymus-Lotter-Gesellschaft das Museum unermüdlich bei größeren Restaurierungsvorhaben, für die das Museum kein ausreichendes Budget hat. Das reicht von Patenschaften der Mitglieder für einzelne Kunstwerke bis hin zu mehrjährigen Förderprojekten im fünfstelligen Bereich.

Lausener Altar, Detail: Gesicht des Heiligen Nikolaus. Die Nahaufnahme des Gesichts des heiligen Nikolaus zeigt Risse in der Farbfassung sowie ungleichmäßige Wachsflecken von einer früheren Konservierungsmaßnahme.

2025 wurde durch ein solches Jahresprojekt die intensive Reinigung, Konservierung, Sicherung und Analyse des Flügelaltars aus Leipzig-Lausen möglich, einem zentralen Ausstellungsstück in der ständigen Ausstellung im ersten Obergeschoss des Alten Rathauses.

Der dreiflügelige Altar entstand um 1490/1500 für die Dorfkirche von Lausen. Er zeigt im zentralen Schrein die Heiligen Nikolaus, Maria mit dem Jesuskind und Barbara, in den beiden Seitenflügeln jeweils vier Heilige, u.a. den heiligen Christophorus. Der Altar kam im frühen 20. Jh. über den Verein für die Geschichte Leipzigs ins Museum.

Lausener Altar, Mittelschrein (nach der Konservierung), Holz, um 1490/1500, Inv.-Nr.: Pl. 31

Die Konservierungsmaßnahmen wurden von der Leipziger Restauratorin Paula Sowa in Ateliergemeinschaft mit ihrem Kollegen Oliver Tietze durchgeführt.

Im Zentrum stand neben einer ausführlichen Dokumentation vor allem die Festigung gelockerter Holzteile, das Schließen gefährlich breiter Fugen in der Rückwand, u.a. durch Einschieben von Balsaholzkeilen, die Ergänzung fehlender Profilteile im Rahmen, die Festigung gelockerter Farbfassungen, sowie die Entfernung festsitzender alter Schmutzauflagen. Die Analyse erbrachte u.a., dass die Farbfassung von Kleidung, Händen und Gesichtern der Figuren ebenso wie der vergoldete Hintergrund im Kern noch original erhalten sind.

Lausener Altar, rechter Seitenflügel (nach der Konservierung) mit den Heiligen Johannes der Täufer, Apostel Jakobus Minor, Christophorus und Apostel Jakobus Major, Inv.-Nr.: Pl. 31

Der Altar kann nun weiterhin in der Ausstellung bewundert werden, ohne dass weitere Schäden oder gar Verluste zu befürchten sind, sein Erscheinungsbild wurde deutlich aufgewertet. Eine weitergehende Restaurierung im Sinne von angelegten Testretuschen an ausgewählten Stellen ist in der längerfristigen Planung.

Das Museum dankt an dieser Stelle einmal mehr sehr herzlich den vielen engagierten Unterstützerinnen und Unterstützern der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft.