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Zeugnisse von Orientierungssuche, Menschlichkeit und Zusammenhalt

Noch können wir das Ausmaß und die Dauer der vom Corona-Virus ausgelösten Krise kaum abschätzen und als Chronisten den Lauf der Dinge ohnehin mehr begleiten als beeinflussen – doch immerhin aus der Geschichte Trost und Ermutigung beziehen. Sind wir doch keineswegs die erste Generation, die mit gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen, Pandemien, Kriegen und Umwälzungen konfrontiert war, damit zu leben lernte und letztlich zum gestärkten Neuanfang fand. So, wie wir im Umgang mit der Corona-Krise allenthalben Zeichen eines kreativen Selbstbehauptungswillen sehen, sind auch unsere Sammlungen voller Objekte, die Zeugnis von der Orientierungssuche und dem Streben nach Menschlichkeit und Zusammenhalt in schweren Zeiten ablegen.

Eine Auswahl dieser „Hoffnungszeichen" haben wir zwischen März und Mai 2020 täglich auf unserer Webseite vorgestellt und die Objekte dabei stets in Zusammenhang zu aktuellen Ereignissen der Corona-Pandemie gestellt. Über diese erstaunlichen Resonanzen hinaus entfalteten die Bilder und Gegenstände aus zehn Jahrhunderten eine berührende Würde und Anmut, die bleibenden Wert hat und uns dazu motiviert hat, diese erste digitale Ausstellung unseres Hauses auch weiterhin präsent zu halten. Was als überbrückendes Diskursangebot an unsere Besucher/-innen in den Wochen der Schließung gedacht war, wird so zu einer dauerhaften Bestandsbefragung, in der wir im Medium früherer Geschehnisse einen Beitrag zur Krisenbewältigung heute leisten und damit zugleich das Potential von sensibel aufbereiteter Kulturgeschichte für die Gesellschaft erlebbar machen. Die Hinwendung zum konkreten Objekt und zur individuellen Geschichte ist insofern nicht das verstaubte Andere gegenwartsbezogener Relevanz, sondern im Gegenteil ihre Voraussetzung und Legitimation.

Ihnen allen, die sie diese Sammlungsschätze betrachten oder die Beiträge demnächst auch in Buchform in die Hand nehmen, sei jene Energie und Verbundenheit gewünscht, die wir als Museumsteam in den schwierigen Wochen des Frühjahrs 2020 gerade auch in der Arbeit an dieser Objektpräsentation  gespürt und weitergetragen haben. Wir werden diese aus der Geschichte gewonnene Zuversicht und die im besten Sinne kindliche Freude auch an kleinen „Hoffnungszeichen“ noch brauchen für alles, was jetzt und morgen vor uns liegt.

Ihr Team des Stadtgeschichtlichen Museums