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Gottvertrauen in jeder Note

Nur Geduld, Geduld, mein Herze,
Es ist eine böse Zeit!
Doch der Gang zur Seligkeit

Führt zur Freude nach dem Schmerze.

Es sind Zeilen voller Zuversicht und Zuspruch, mit denen der Anfangschoral der Kantate „Ach Gott, wie manches Herzeleid“ (BWV 58) von Johann Sebastian Bach endet. Thematisiert wird die Flucht von Maria und Joseph mit dem neugeborenen Jesuskind nach Ägypten. Auch wenn momentan keine Kirchenmusik in den Gotteshäusern selbst erklingen darf, treffen Bachs Kompositionen dennoch wie so oft den rechten Ton auch in unserer bedrängten Zeit.

Das hier gezeigte Notenmanuskript ist das der Kantate entstammende Bass-Rezitativ „Verfolgt dich gleich die arge Welt“. Allerdings handelt es sich nicht um ein Beispiel von Bachs charakteristischer Hand, sondern um eine Abschrift von Wilhelm Rust, der von 1880 bis 1892 Thomaskantor war. Als Mitherausgeber und schließlich Leiter der Bach-Gesamtausgabe galt er als einer der besten Bachkenner seiner Zeit.

Das musikalisch farbenreiche Rezitativ für Singstimme und Begleitung erzählt sowohl von den Gefahren, denen die Flüchtlingsfamilie auf ihrer beschwerlichen Reise ausgesetzt ist, als auch von der Zusage Gottes, nicht im Stich gelassen zu werden. Es endet mit Worten voller Hoffnung:

Gott hat ein Wort, das dich vertrauend macht.
Er spricht: Wenn Berg und Hügel niedersinken,
Wenn dich die Flut des Wassers will ertrinken,

So will ich dich doch nicht verlassen noch versäumen.

Inv.-Nr  A/4652/2009
Wilhelm Rust, Abschrift des Rezitativs „Verfolgt dich gleich die arge Welt“ aus BWV 58 von Johann Sebastian Bach


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