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Weil Geschichte Zukunft hat

20.01.2026

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig verzeichnet mit 603.082 Gästen für das Jahr 2025 in allen Häusern und Ausstellungsstätten einen neuen Allzeit-Besucherrekord, ein Plus von nochmals 60.000 Gästen im Vergleich zum bereits sehr erfolgreichen Vorjahr. Das wiedereröffnete Museum Zum Arabischen Coffe Baum, der kostenfreie Eintritt in die Dauerausstellungen im Alten Rathaus, Kindermuseum und Schillerhaus, herausragend besuchte Sonderausstellungen zu den 90er Jahren in Leipzig und zur Kultfigur der Fernsehgeschichte, dem Sandmännchen, ebenso engagierte Programmangebote tragen zum publikumsstärksten Jahr bei und unterstreichen die Stellung des Museums als eines der führenden Stadtmuseen Deutschlands. Auch 2026 setzt das Museum trotz schwierigerer Rahmenbedingungen auf publikumsrelevante Ausstellungen, ein zeitgemäß vielgestaltiges Veranstaltungsprogramm, die Leidenschaft einer lebendigen Vermittlung und die Begegnung mit Menschen vor Ort.

 

Die vollständige Pressemappe inkl. O-Töne und weitere Pressebilder zur Verwendung erhalten Sie hier: https://ldrive.lecos.de/index.php/s/EnkmRjfXifa5pDz

»Das erfolgreiche Museumsjahr 2025 zeigt, dass die Idee der lebendigen und gegenwartsorientierten Begegnung mit Geschichte und ihren Zeugnissen nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat. Unser Museum konnte auch unter schwierigen Rahmenbedingungen und mit einem für die vielen Themen und Häuser durchaus begrenzten Team ein hochspannendes Angebot entwickeln, wobei gerade die Aufarbeitung der Transformationszeit in den 1990er Jahren seit langem ausstand. Viel Freude haben uns die vielen Kinder und Familien gemacht, die zwischen Sandmann und Kindermuseum ein Stück weit wiederentdeckt haben, was man jenseits von Smartphone und Bildschirm mit den eigenen Händen gestalten kann. Um neue Ideen für die Zukunft ist uns an keiner unserer Spielstätten bange, und gerade auch im jüdischen Themenjahr Tacheles werden wir mit dem wiedererschlossenen Fotobestand Mittelmann einen gewichtigen Beitrag leisten. Wichtig für die Zukunft wird sein, dass wir strukturell mehr Bewegungsfreiheit bekommen, um unseren Bildungsauftrag auch in Zeiten angespannter Haushalte engagiert und qualitätsvoll erfüllen zu können und den Erwartungen einer immer vielgestaltigeren Gesellschaft gerecht zu werden«, soMuseumsdirektor Dr. Anselm Hartinger.


Rückschau 2025 

Allein das seit 1. Juli 2025 wiedereröffnete Museum Zum Arabischen Coffe Baum verzeichnet auf Anhieb knapp 30.000 Gäste. Seit 1711 wird hier der Sachsen liebstes Heißgetränk ausgeschenkt. Eines der ältesten Kaffeehäuser Europas zeigt damit, dass gastronomischer Genuss und sinnliches Museumserlebnis hier die erwünschte Symbiose eingehen, eine Geschichte von weltumspannender Dimension auch mit prägnant lokaler Färbung erzählt werden kann. Leipzig wurde mit dem Haus und Museum Zum Arabischen Coffe Baum um eine touristische Spitzenattraktion reicher. 2 Mit insgesamt 773 öffentlichen Veranstaltungen, museumspädagogischen Angeboten und Outreach-Programmen, die von über 30.000 Gästen besucht wurden, war das Museum in allen seinen Häusern und im gesamten Stadtraum präsent. 

Auch die oft hinter den Kulissen arbeitende aber für das Museum unverzichtbare Sammlungsbetreuung und Bestandserweiterung blickt auf ein zuwachsstarkes Jahr zurück. 1057 Objekte, darunter 103 Schenkungen und 9 Ankäufe gingen dem Museum zu, 2024 waren es noch 635 Objekte gewesen. Darüber hinaus ist die Sammlungsdatenbank des Museums um den Bestand des Fotoarchivs Mittelmann, hier sind knapp 3.300 Digitalisate von Fotoporträts gemeint, erweitert wurden. Auch die Anzahl der eingehenden und bearbeitenden Anfragen aus Wissenschaft, Medien und Publizistik zur Nutzung von Sammlungsgut ist von 1.500 in 2024 auf knapp 1.800 gestiegen.

 

Vorschau 2026 

»MOMENTAUFNAHME. Das Fotoarchiv Mittelmann« 
Im diesjährigen Themenjahr zur jüdischen Kultur in Sachsen 2026 TACHELES beteiligt sich das Museum mit der Erschließung und Vermittlung des »Fotoarchivs Mittelmann«: Mehr als 2.000 Glasnegative wurden 1988 auf dem Dachboden des Wohnhauses Peterssteinweg 15 in der Leipziger Südvorstadt entdeckt. Es handelt sich um das Archiv des jüdischen Fotografen Abram Mittelmann, der von 1909 bis 1938 in dem Haus mit seiner Familie lebte und arbeitete. Die digitale Sammlung der über 3.300 Fotografien steht öffentlich in der Datenbank des Museums zur Verfügung. Nur wenige der Porträts konnten bisher identifiziert werden. 

In der Sonderausstellung »MOMENTAUFNAHME. Das Fotoarchiv Mittelmann« wird das Museum vom 3. Juni 2026 bis 31. Januar 2027 die wiederentdeckten Geschichten sichtbar machen – von Menschen, Familien, Vereinen und Firmen, die mit den Fotos verbunden sind. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Bildungsprogramm. Danach soll die Ausstellung in weiteren Städten deutschlandweit und international präsentiert werden. 

Das Projekt kann dank der Förderung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig, der Stadt Leipzig sowie der Kulturstiftung Freistaat Sachsen (mitfinanziert aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes) realisiert werden.

 

»Fred Stein // Der Mensch im Fokus« 
Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig und das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek würdigen im Themenjahr TACHELES zudem mit zwei Ausstellungen und Begleitprogramm den Fotografen Fred Stein. »Out of Exile. The Photography of Fred Stein« zeigt vom 1. April bis 4. Juli 2026 in der Deutschen Nationalbibliothek Leben und Werk des Fotografen im Exil. Mit »Fred Stein und der Spanische Bürgerkrieg« zeigt das Stadtgeschichtliche Museum vom 1. April bis 31. Juli 2026 im Capa-Haus 90 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs Fotos geflüchteter Kinder sowie Porträtaufnahmen von Gerda Taro in Paris. 


»Sonne. Satt. Sommer in Leipzig« 
Sommer in Leipzig ist immer eine besondere Jahreszeit voller Lebensgefühl und Draußenerfahrung – So nimmt das Museum diese besondere Kulturgeschichte der Jahreszeit in Leipzig erstmals mit einer eigenen Ausstellung »Sonne. Satt. Sommer in Leipzig« vom 29. April bis 25. Oktober 2026 im Haus Böttchergäßchen des Museums in den Fokus. So streift die Schau durch 400 Jahre wechselhafter Sommergefühle – leichtfüßig, aber nicht leichtfertig. Mit fröhlich-frechen und erinnerungsstarken Objekten im Gepäck lädt sie dazu ein, diese Jahreszeit der Liebe und Lebenslust neu zu betrachten. 3 


»Stadt im Fluss. 800 Jahre Leipziger Wassergeschichte« 
Die in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig und dem GWZO (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa e.V.) erarbeitete Sonderausstellung »Eine Stadt im Fluss. 800 Jahre Leipziger Wassergeschichte« verbindet vom 11. März bis 17. Mai 2026 Stadtgeschichte, Naturraum und Wissenschaft zu einem faszinierenden Gesamtbild. Anhand historischer Karten, technischer Geräte, archivalischer Dokumente und moderner Forschungsansätze zeigt sie, wie eng Leipzigs Entwicklung mit seinen Wasserläufen verwoben ist. 


Licht ins Dunkel der Fundamente des Völkerschlachtdenkmals 
Auch das Völkerschlachtdenkmal hat mit 308.000 Besuchenden in 2025 eines der besten Jahre seiner Geschichte eingefahren. In Leipzigs Wahrzeichen rücken 2026 zudem neue Räume und Dimensionen in den Vordergrund. So erwartet die Gäste seit Januar 2026 beim Denkmalsbesuch in der Ruhmeshalle eine neue Kommentierung der Monumentalfiguren, an der profilierte Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft mitgewirkt haben. Im Frühjahr des Jahres wird zudem die für die Vermittlung der Denkmalsgeschichte so wichtige Ausstellung im Fundamentbereich erstmals für alle Besuchenden geöffnet. Darüber hinaus laufen neben dem ständig herausfordernden Bauerhalt vorbereitende Maßnahmen für den geplanten Umzug der Völkerschlacht-Ausstellung Forum 1813 in das Denkmalsinnere, durch den 2027 auch erstmals eigene Räume für eine moderne Museumsvermittlung und Veranstaltungstätigkeit freiwerden.

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