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Jetzt erst recht!

Wer erinnert sich nicht an das „Projekt Olympia 2012“? Es hielt zwischen 2000 und 2004 den Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig in Atem. Es war eine Zeit der Hoffnungen und der Euphorie, aber auch der Verwerfungen und des Umgangs mit einer ehrenvollen Niederlage. Leipzig begab sich in diesen vier Jahren auf den Weg nach Olympia.

Die Idee, Sachsen als Austragungsort Olympischer Sommerspiele 2012 ins Spiel zu bringen, entstand im Jahr 2000. Sie wurde zunächst belächelt. Doch dann nahmen die Ereignisse dynamisch ihren Lauf, machten Visionen von der Machbarkeit dieses Sportevents die Runde. Olympia vor der Haustür: Das hatte Charme, das fand Zuspruch, rief in Teilen der Stadtgesellschaft aber auch Kritik und Skepsis auf den Plan. Die ersten Planungen orientierten auf Wettbewerbe in Dresden, Chemnitz, Riesa und Leipzig - die ganze Region einschließlich Halles sollte dabei sein.
Nachdem im Mai 2002 das erste Logo „Spiele mit uns“ erschien, ereilte den Freistaat jedoch wenig später die August-Jahrhundertflut - eine der schlimmsten Naturkatastrophen seiner jüngeren Geschichte. Die Prioritäten verlagerten sich, immense Schäden mussten beseitigt, der Wiederaufbau organisiert werden. Vor diesem Hintergrund stand die Bewerbung still, wurde selbst eine Abkehr von den Plänen diskutiert. Doch mit einer kraftvoll-sympathischen Trotzreaktion „Jetzt erst recht!“ stemmte man sich gegen eine Absage. Als am 12. April 2003 Leipzig durch das Nationale Olympische Komitee Deutschlands als Bewerberstadt für 2012 ausgewählt wurde, war das Lohn für die Beharrlichkeit vieler Leipziger. Dass es dann beim Vorausscheid der internationalen Bewerberstädte durch das Internationale Olympische Komitee 2004 zu einer Nichtberücksichtigung kam, sagt sicher mehr über die kommerzielle Strategie des IOC aus als über die gastgeberischen Qualitäten unserer Stadt. An das legendäre Cellospiel des seinerzeitigen OB Tiefensee werden sich aber nicht nur die Leipziger noch lange erinnern…

Inv.-Nr. Souv 461a
Olympia-Aufkleber "Spiele mit uns", 2002


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